
Internationale Unternehmensstudie · IVSS/DGUV 2013
Je investiertem Euro 2,20 Euro Nutzen
Eine internationale Erhebung in Unternehmen aus 15 Ländern beziffert den Return on Prevention auf 2,2 — der größte Nutzenanteil entsteht nicht durch vermiedene Unfälle allein.
Ausgangslage
Die Science-Studie belegt Wirkung, sagt aber nichts über das Verhältnis von Aufwand und Ertrag betrieblicher Präventionsarbeit. Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) ist dieser Frage gemeinsam mit der DGUV und der BG ETEM nachgegangen und hat Unternehmen weltweit nach ihren Präventionsaufwendungen und dem daraus entstandenen Nutzen befragt.
Studiendesign
Befragt wurden Unternehmen aus 15 Ländern zu ihren Präventionsaufwendungen — Ausrüstung, Organisation, Qualifizierung, Zeit — und zu den daraus resultierenden Nutzeneffekten. Die Nutzenseite wurde in Kategorien erhoben: vermiedene Störungen, geringere Ausfallzeiten, Imagegewinn, höhere Produkt- und Prozessqualität, Innovationsfähigkeit und Motivation.
Ergebnis
Der ermittelte „Return on Prevention“ beträgt 2,2: Je einem in Prävention investierten Euro steht ein wirtschaftlicher Nutzen von rund 2,20 Euro gegenüber — vor allem durch weniger Störungen, kürzere Ausfallzeiten, besseres Betriebsklima und höhere Produktivität.
Verhältnis 1 : 2,2 nach IVSS/DGUV Report 1/2013. Die Aufteilung der Nutzenkategorien ist schematisch dargestellt und dient der Einordnung, nicht der exakten Quantifizierung.
Wie belastbar ist das?
Diese Studie ist kein randomisiertes Experiment, sondern eine Unternehmensbefragung: die Nutzenwerte beruhen auf Einschätzungen der befragten Betriebe, und Unternehmen mit gut laufender Prävention antworten eher als andere. Der Wert 2,2 ist deshalb als belastbare Größenordnung zu lesen, nicht als exakte Rendite. Die Studie ergänzt die randomisierten Befunde um die betriebswirtschaftliche Perspektive; sie ersetzt sie nicht.
Was das für einen Betrieb bedeutet
Der größte Nutzenanteil liegt nicht in vermiedenen Unfällen allein, sondern in Ordnung und Transparenz im Betrieb. Beides entsteht durch dokumentierte Abläufe — Barrieren, Prüfintervalle, Maßnahmen mit Frist und Verantwortlichem. Wer diese Struktur ohnehin für die Aufsicht braucht, holt den Nutzen im laufenden Betrieb wieder herein.
Drei Schlüsse für die Praxis
- Prävention rechnet sich mehrheitlich über Betriebsstabilität, nicht über Unfallvermeidung allein.
- Dokumentierte Abläufe sind der Träger des Nutzens — nicht einzelne Anschaffungen.
- Als Befragungsstudie liefert sie eine Größenordnung, keine Garantie.